Die Kultusministerkonferenz hat den Entwurf des Staatsvertrages über die Hochschulzulassung in den medizinischen Studiengängen verabschiedet

Die Kultusministerkonferenz hat den Entwurf des Staatsvertrages über die Hochschulzulassung in den medizinischen Studiengängen verabschiedet

Derzeit sind folgende Neuregelungen zur Vergabe der Studienplätze in den Studiengängen Humanmedizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie frühestens ab Sommersemester 2020 (Bewerbungsmöglichkeit ca. 01.12.2019 bis 15.01.2020) angedacht:

Länderspezifische Unterschiede in den Abiturnoten werden auf der Basis von Prozentrangverfahren und unter Bildung von Landesquoten in allen Quoten ausgeglichen.

Es gibt keine Wartezeitquote mehr.

1.    Vergabe von 30 % in der Abiturbestenquote

Der Abiturnote wird, der Aufschluss über allgemeine kognitive Fähigkeiten und persönlichkeitsbezogene Kompetenzen, wie Motivation, Fleiß und Arbeitshaltung zugeschrieben und eine hohe Prognosekraft für den Studienerfolg attestiert.

2.    Vergabe von 10 % in einer „zusätzlichen Eignungsquote“

Die Vergabe in dieser Quote erfolgt unabhängig von den im Abitur erreichten Noten und schulnotenunabhängigen Kriterien.

Es ist beabsichtigt – um den besonderen Belangen von Altwartern Rechnung zu tragen – in dieser Quote für einen Zeitraum von zwei Jahren und mit abnehmendem Gewicht die Zeit seit Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung (Wartezeit) ergänzend neben anderen Auswahlkriterien zu berücksichtigen.

Beispiel: In den Vergabeverfahren zum Sommersemester 2020 und zum Wintersemester 2010/2021 wird eine Wartezeit von 15 Semestern und mehr neben anderen Kriterien mit 45 % gewichtet. Bei einer Wartezeit von weniger als 15 Semestern nimmt die Gewichtung linear ab.

3.    Vergabe von 60 % im Auswahlverfahren der Hochschulen

Hochschulen müssen künftig neben dem Ergebnis der Hochschulzugangsberechtigung mindestens ein schulnotenunabhängiges Auswahlkriterium berücksichtigen. Für den Zugang zum Humanmedizinstudium müssen es mindestens zwei schulnotenunabhängige Auswahlkriterien sein. Mindestens ein schulnotenunabhängiges Kriterium ist erheblich zu gewichten. Ein fachspezifischer Studieneignungstest wird als verbindliches Kriterium für die Auswahlentscheidung vorgegeben.

In der zusätzlichen Eignungsquote und im Auswahlverfahren der Hochschulen können Unterquoten eingerichtet werden. Im Auswahlverfahren ist im Umfang von bis zu 15 % eine Unterquote möglich, in der von den Hochschulen Studienplätze entweder nur nach schulnotenabhängigen oder nur nach schulnotenunabhängigen Kriterien vergeben werden; auch die Heranziehung nur eines einzigen schulnotenabhängigen oder schulnotenunabhängigen Kriteriums kann vorgesehen werden.

Die Zahl der Teilnehmer/innen insbesondere im Auswahlverfahren der Hochschulen kann begrenzt werden. Eine Vorauswahl nach dem Grad der Ortspräferenz darf jedoch nur für einen hinreichend beschränkten Anteil der von der Hochschule zu vergebenden Studienplätze und nur zur Durchführung aufwändiger individualisierter Auswahlverfahren erfolgen.

Übergangsregelungen

Bis zur (technischen) Umsetzung des neuen Vergabeverfahrens können die Länder bestimmte Einschränkungen oder Abweichungen und deren Dauer regeln.

Da es für den Studiengang Pharmazie noch keinen Studieneignungstest gibt, können die Länder Ausnahmen in Bezug auf die Vergabe in der zusätzlichen Eignungsquote und im Auswahlverfahren der Hochschulen regeln.