Wiedereinführung der Präsenzpflicht für Seminare in NRW?

Wiedereinführung der Präsenzpflicht für Seminare in NRW?

Nach Pressemeldungen will die (neue) nordrheinwestfälische Wissenschaftsministerin Pfeiffer-Poensgen, das (von der Vorgänger-Regierung eingeführte) starre Verbot von Anwesenheitspflichten im klassischen Seminar wieder abschaffen.

Vor etwa drei Jahren wurde in NRW das Hochschulgesetz dahin geändert, dass Dozenten nur noch bei Exkursionen, Sprachkursen oder praktischen Übungen darauf bestehen konnten, dass die Studenten erscheinen.

§ 64 Abs. 2a HG NRW lautet insoweit (noch):

„(2a) Eine verpflichtende Teilnahme der Studierenden an Lehrveranstaltungen darf als Teilnahmevoraussetzung für Prüfungsleistungen nicht geregelt werden, es sei denn, bei der Lehrveranstaltung handelt es sich um eine Exkursion, einen Sprachkurs, ein Praktikum, eine praktische Übung oder eine vergleichbare Lehrveranstaltung.“

Grund war, dass die Wissenschaftler durch die Freiheit der Studenten, Lehrveranstaltungen nicht zu besuchen, ihre Arbeit in der Lehre entwertet sahen.

Künftig sollen die Hochschulen in NRW wieder verlangen können, dass Studenten ihre Anwesenheit nachweisen, etwa durch Unterschriftenliste. Was die Dozenten freuen dürfte, kommt bei den Studentenvertretungen hingegen nicht gut an.

Die Präsenzpflicht ist an deutschen Hochschulen unterschiedlich geregelt. Einige Bundesländer, wie etwa Schleswig-Holstein, haben sie größtenteils abgeschafft. Andere, wie Baden-Württemberg und Berlin, überlassen es den Hochschulen, ob sie die Anwesenheit kontrollieren.

Man darf also gespannt sein, in welche Richtung die Wissenschaftsministerin den Wissenschaftsstandort NRW weiterentwickelt.