Zahl der ausländischen Studienbewerber steigt sprunghaft

Deutscher Akademischer Auslandsdienst: Zahl der ausländischen Studienbewerber steigt sprunghaft – keine prozentuale Erhöhung der Studienplätze für ausländische (Nicht EU-) Staatsangehörige 

Deutsche Universitäten werden bei ausländischen Bewerbern beliebter. Für das laufende Sommersemester haben sich mehr als 20.000 beworben. Die meisten von ihnen kommen – angeblich - aus Syrien. Allerdings bleiben sie innerhalb der „Ausländerkonkurrenz“ und beeinträchtigen deshalb nicht die Chancen deutscher und EU-Bewerber.  

In Deutschland ist die Zahl ausländischer Studienbewerber anderthalb Jahre nach dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise sprunghaft angestiegen. Das geht nach Angaben des Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aus Statistiken des Dienstleisters "uni-assist" hervor, der für jede zweite deutsche Universität die Bewerbungsformalitäten erledigt. Im Sommersemester 2017 haben laut "uni-assist" 21.433 Ausländer ein Studium anfangen wollen, 40 Prozent mehr als im Sommersemester 2016. Die größte Nationalitätengruppe stellten demnach Bewerber aus Syrien, die binnen Jahresfrist um 169 Prozent anstieg. Syrer verdrängten damit Chinesen vom Platz eins bei den Antragstellern. Die Zahlen zeigen jedoch nicht, wie viele Bewerber aus dem Ausland angenommen wurden und auch nicht, auf welche Nationalitäten sich die Ausländer verteilen.

Die Angaben von "uni-assist" umfassen die Bewerbungen von rund der Hälfte aller Bewerbungen um ein Hochschulstudium in Deutschland. Der Dienstleister prüft die Bewerbungen und leitet nur die zulässigen an die Universitäten weiter. Dies ist besonders bei ausländischen Antragstellern von Bedeutung, denn dabei geht es häufig um die Anerkennung von Bildungsabschlüssen, die Voraussetzung für ein Studium sind.

Die Vorschriften der Verordnung für das zentrale Vergabeverfahren, die ja bundeseinheitlich sind, haben sich nicht verändert. Nach § 6 der Vergabeverordnung-Stiftung können bis zu 5% der Studienplätze an ausländische Bewerber, die nicht Deutschen gleichgestellt sind, vergeben werden.

Nicht so einheitlich sieht es bei den Studiengängen aus, die nicht in das zentrale Vergabeverfahren einbezogen sind, wie die Psychologie, die Lehramtsstudiengänge, die wirtschafts- und rechtswissenschaftlichen Studiengänge: Hier kann jedes Bundesland in seiner „eigenen“ Landesvergabeverordnung den Prozentsatz der Plätze für „reine Ausländer“ bestimmen. Dafür einige Beispiele:

Baden-Württemberg: In der Regel 8 %, allerdings können die Universitäten auch auf bis zu 10 % erhöhen

Bayern: generell 5 %

Berlin: in der Regel 5 %, allerdings können die Hochschulen abweichende Quoten festsetzen

Hessen: 10 %, sofern nichts anderes bestimmt ist

Niedersachsen: 5 %

Nordrhein-Westfalen: 5 %

Sachsen: bis zu 10 % , das nähere bestimmen die Hochschulen

Schleswig-Holstein 8 %.

Sollten Sie als ausländischer Staatsangehöriger eine Ablehnung erhalten, können Sie sich gerne wegen einer Beratung an uns wenden.