Panne in Niedersachsen im Ersten Juristischen Staatsexamen

Panne in Niedersachsen im Ersten Juristischen Staatsexamen

10 Wiederholer-Prüfungskandidaten schreiben zweimal die gleiche Klausur

Die Fragen dürften jedenfalls ihnen bekannt vorgekommen sein: 200 angehende Rechtsreferendare haben in Niedersachsen die gleiche Klausur geschrieben wie die Prüflinge im Vorjahr. Gestaunt haben wohl vor allem die – 10 - Wiederholer.

Jeder, der mal eine Prüfungsklausur in Rechtswissenschaft geschrieben hat, kennt die Probleme – aber auch die möglichen Hilfen wie Klausurenvorbereitungskurse an der Universität oder bei Repetitorien. Auch kursieren Gedächtnisprotokolle zahlreicher Klausuren – teilweise mit der erzielten Note. Wer sich diese genau angeschaut hatte, war in diesem Jahr in Niedersachsen klar im Vorteil, denn das Landesjustizprüfungsamt hatte knapp 200 Examenskandidaten in der dritten Zivilrechtsklausur die gleichen Fragen vorgelegt wie den Prüflingen des Vorjahres.

Zehn Studenten konnten die gleiche Prüfung noch einmal schreiben, da sie Wiederholer waren.

Das Ministerium begründet den Fehler mit einer eigenen Nachlässigkeit: "Bei der Klausur ist im Juli 2016 die entsprechende Kategorisierung als verwendete Klausur unterblieben. In Folge eines Personalwechsels ist dieses Versehen bei der Stellung der Klausur für Juli 2017 nicht weiter aufgefallen, so dass es zu der Doppelverwendung kam", heißt es in einer Stellungnahme, über die zuerst die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet hatte.

Wiederholt werden soll die Klausur nicht. Die richtigen Lösungen seien im Vorjahr schließlich nicht veröffentlicht worden, zudem hätten auch die Wiederholer nicht damit rechnen können, dass die gleichen Fragen noch einmal gestellt werden, so das Ministerium. Die Korrektur sei noch nicht abgeschlossen, der Notendurchschnitt stehe deshalb noch nicht fest. 

Rechtlich dürfte das nicht zu beanstanden sein, Glück im Examen ist nicht „justitiabel“.